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Aktueller Tarifabschluss: Was sich beim Lackierer Tariflohn 2025 ändert
Der Tarifabschluss für das Maler- und Lackiererhandwerk vom Mai 2025 bringt Lackierern spürbare Veränderungen. Im Mittelpunkt steht eine gestaffelte Lohnerhöhung, die bis 2027 für eine Steigerung von insgesamt 5,9 % sorgt. Das ist kein Pappenstiel, sondern ein echter Schritt nach vorn – vor allem, weil der Ecklohn bereits ab April 2025 von 18,44 € auf 19,10 € steigt und danach in mehreren Stufen weiter angehoben wird. Die Planungssicherheit, die daraus resultiert, dürfte sowohl Beschäftigte als auch Betriebe beruhigen.
Bemerkenswert ist, dass die Tarifparteien diesmal nicht nur auf eine bloße Erhöhung gesetzt haben. Sie haben auch eine vollständige Angleichung der Löhne zwischen Ost und West beschlossen, die spätestens ab Januar 2027 greift. Damit fällt eine langjährige Differenz endgültig weg. Besonders für Beschäftigte in Ostdeutschland ist das ein echter Meilenstein.
Ein weiteres Novum: Die Mindestlöhne werden nicht nur angepasst, sondern steigen gleich in zwei Schritten deutlich an. Auch die Ausbildungsvergütungen erfahren eine kräftige Erhöhung, was das Handwerk für Nachwuchskräfte attraktiver machen dürfte. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich sogar acht Prozent mehr Ecklohn gefordert, am Ende einigte man sich auf ein Paket, das viele Interessen abdeckt und für Stabilität sorgt.
Insgesamt schafft der neue Tarifabschluss mehr Transparenz, Fairness und Berechenbarkeit im Lackiererhandwerk. Die klare Stufenregelung der Lohnerhöhungen, die verbindliche Ost-West-Angleichung und die verbesserten Konditionen für Azubis markieren einen echten Fortschritt – und setzen ein deutliches Signal für die Zukunft der Branche.
Stufenweise Lohnerhöhungen bis 2027: Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick
Die stufenweise Lohnerhöhung für Lackierer ist exakt festgelegt und sorgt für Klarheit, was im Portemonnaie landet. Wer sich fragt, wie sich der Tariflohn konkret entwickelt, findet hier die wichtigsten Zahlen und Zeitpunkte – kurz und knackig:
- Ab 01.04.2025: Der Grundlohn steigt auf 19,10 € pro Stunde.
- Ab 01.01.2026: Die nächste Stufe bringt 19,40 € pro Stunde.
- Ab 01.06.2026: Noch ein Sprung: 20,00 € pro Stunde.
- Ab 01.07.2026: Kurz darauf erfolgt eine Anpassung auf 19,70 € (regionaler Ausgleich).
- Ab 01.01.2027: Endgültig gilt bundesweit der 20,00 €-Tariflohn.
Unterm Strich ergibt sich so eine lineare, aber spürbare Steigerung – Schritt für Schritt, Jahr für Jahr. Wer genau wissen will, wie sich das auf das eigene Gehalt auswirkt, sollte die einzelnen Zeitpunkte im Blick behalten und bei Gehaltsgesprächen gezielt ansprechen.
Vor- und Nachteile des neuen Lackierer Tariflohns im Überblick
Pro | Contra |
---|---|
Deutliche Lohnerhöhung bis 2027 (gesamt 5,9 %) | Erhöhte Lohnkosten können zu Preisanstiegen bei Aufträgen führen |
Einheitlicher Tariflohn ab 2027 bundesweit – Ost/West-Angleichung | Regionale Unterschiede beim Gehalt bleiben weiterhin bestehen (z. B. durch Lebenshaltungskosten) |
Klar gestaffelte Lohnanpassungen sorgen für Planungssicherheit | Betriebe müssen sich auf Dokumentationspflichten und Kontrollen einstellen |
Erhöhung der Ausbildungsvergütung fördert Nachwuchsgewinnung | Geschlechtsspezifische Gehaltsunterschiede bestehen weiter |
Stärkere Mitarbeiterbindung durch attraktive Konditionen | Kleinbetriebe spüren die Mehrbelastung durch höhere Löhne stärker |
Verbesserter Mindestlohn verhindert Lohndumping und schafft Fairness | Die Lohnsteigerung liegt unter den ursprünglich geforderten 8 % |
Mindestlohn für Lackierer: Konkrete Anpassungen und Auswirkungen
Der Mindestlohn für Lackierer wird im Zuge des neuen Tarifabschlusses nicht einfach nur angepasst, sondern in zwei klar definierten Schritten angehoben. Das Ziel: Beschäftigte am unteren Ende der Lohnskala sollen spürbar profitieren und das Lohnniveau im Handwerk insgesamt stabilisiert werden.
- Ab 01.07.2025 steigt der Mindestlohn auf 15,55 € pro Stunde.
- Ab 01.07.2026 folgt die nächste Anhebung auf 16,13 € pro Stunde.
Gerade für Berufseinsteiger, ungelernte Kräfte oder Beschäftigte in Regionen mit bislang niedrigen Löhnen ist das ein echter Unterschied. Die Lohnuntergrenze wird verbindlich für alle tarifgebundenen Betriebe und schafft mehr Sicherheit im Alltag.
Die Auswirkungen reichen weiter: Durch die höheren Mindestlöhne wird Lohndumping erschwert und der Wettbewerb innerhalb der Branche fairer gestaltet. Gleichzeitig signalisiert die Anpassung, dass qualifizierte Arbeit im Lackiererhandwerk einen angemessenen Wert hat – ein wichtiger Schritt, um den Beruf auch für neue Fachkräfte attraktiver zu machen.
Lohnangleichung Ost/West: Was Lackierer bundesweit künftig verdienen
Mit der beschlossenen Lohnangleichung fällt ab dem 1. Januar 2027 endlich die letzte Bastion der regionalen Unterschiede im Lackiererhandwerk. Egal ob in Dresden, Dortmund oder Flensburg – der Tariflohn ist dann überall identisch. Für viele Beschäftigte im Osten bedeutet das einen deutlichen Sprung nach oben, während Betriebe im Westen auf Augenhöhe mit ihren Kollegen wirtschaften können.
- Gleicher Stundenlohn bundesweit: Ab 2027 gilt für alle Lackierer der einheitliche Tariflohn von 20,00 € pro Stunde.
- Weniger Bürokratie: Betriebe müssen keine unterschiedlichen Lohnabrechnungen mehr erstellen – das spart Zeit und Nerven.
- Faire Wettbewerbsbedingungen: Kein Standortvorteil mehr durch niedrigere Löhne, sondern gleiche Chancen für alle.
Das ist nicht nur ein politisches Signal, sondern macht sich ganz praktisch im Geldbeutel bemerkbar. Für viele Lackierer in Ostdeutschland ist die Angleichung ein echter Meilenstein – endlich wird ihre Arbeit genauso entlohnt wie die ihrer Kollegen im Westen. Und für die Branche insgesamt bedeutet das: mehr Zusammenhalt, mehr Transparenz, mehr Gerechtigkeit.
Ausbildungsvergütung im Lackiererhandwerk: Wie profitieren Auszubildende vom Tarifabschluss?
Auszubildende im Lackiererhandwerk können sich über einen echten Schub bei der Vergütung freuen. Der neue Tarifabschluss bringt für alle Lehrjahre eine gestaffelte Erhöhung, die direkt im Geldbeutel spürbar wird. Und das ist längst überfällig, wenn man bedenkt, wie wichtig Nachwuchs für die Branche ist.
- Ab August 2025 erhalten Azubis in jedem Lehrjahr 50 € mehr pro Monat.
- Ab August 2026 folgt eine weitere Steigerung um 50 € pro Monat und Lehrjahr.
Für viele junge Menschen macht das die Ausbildung im Lackiererhandwerk deutlich attraktiver. Mehr Geld in der Tasche heißt auch mehr Unabhängigkeit – und die Möglichkeit, sich auf die Ausbildung zu konzentrieren, statt ständig rechnen zu müssen. Außerdem sendet die Branche damit ein klares Signal: Gute Ausbildung wird endlich besser bezahlt.
Beispielrechnung: So wirkt sich der neue Lackierer Tariflohn im Alltag aus
Wie viel bleibt am Monatsende tatsächlich mehr übrig? Werfen wir einen Blick auf eine typische Beispielrechnung für einen Lackierer mit 10 Jahren Berufserfahrung, 38 Wochenstunden und dem neuen Tariflohn ab 2027.
- Stundenlohn: 20,00 €
- Wochenarbeitszeit: 38 Stunden
- Monatliche Arbeitszeit: ca. 165 Stunden (durchschnittlich)
- Bruttomonatslohn: 20,00 € x 165 = 3.300 €
Vorher lag der Bruttolohn (bei 18,44 €/Stunde) bei rund 3.040 €. Das bedeutet ein Plus von 260 € monatlich – ohne Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld oder Zuschläge.
- Jährlicher Mehrverdienst: 260 € x 12 = 3.120 €
Das macht im Jahr eine Summe, die sich sehen lassen kann. Gerade bei längerer Betriebszugehörigkeit oder mit Zusatzqualifikationen kann das Gehalt noch weiter steigen. Und wer im Osten arbeitet, spürt den Unterschied ab 2027 besonders deutlich, weil der Sprung zum Westniveau dann komplett vollzogen ist.
Regionale und geschlechtsspezifische Unterschiede beim Lackierer Gehalt
Regionale und geschlechtsspezifische Unterschiede beim Lackierer Gehalt sind auch nach dem Tarifabschluss nicht komplett verschwunden. Zwar sorgt der einheitliche Tariflohn für mehr Gerechtigkeit, doch die tatsächlichen Gehälter schwanken weiterhin – und das teils erheblich.
- Regionale Unterschiede: Lackierer in Baden-Württemberg verdienen mit durchschnittlich 3.290 € brutto im Monat am meisten, während das Gehalt in Brandenburg mit 2.540 € deutlich darunter liegt. Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen liegen ebenfalls über dem Bundesdurchschnitt, während Berlin, Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern am unteren Ende der Skala rangieren.
- Geschlechtsspezifische Differenzen: Nach zehn Jahren Berufserfahrung erhalten Männer im Schnitt 3.010 €, Frauen dagegen nur 2.870 €. Das entspricht einer Lücke von etwa 140 € monatlich – trotz gleicher Qualifikation und Tätigkeit.
Diese Unterschiede entstehen durch verschiedene Faktoren: Regionale Lebenshaltungskosten, Betriebsgröße, Spezialisierung, aber auch traditionelle Rollenbilder und unterschiedliche Karrierewege spielen eine Rolle. Wer sich orientieren will, sollte deshalb nicht nur auf den Tariflohn schauen, sondern auch auf regionale Gehaltsreports und branchenspezifische Statistiken zurückgreifen.
Tarifvertrag in der Praxis: Was Beschäftigte und Betriebe jetzt wissen müssen
Mit dem neuen Tarifvertrag stehen für Beschäftigte und Betriebe im Lackiererhandwerk einige praktische Änderungen an, die im Alltag direkt spürbar werden. Es reicht nicht, nur die neuen Zahlen zu kennen – auch organisatorisch und rechtlich gibt es Anpassungsbedarf.
- Automatische Lohnanpassung: Die neuen Tariflöhne müssen ab den festgelegten Stichtagen ohne gesonderte Aufforderung umgesetzt werden. Wer als Betrieb zögert, riskiert Nachzahlungen und Ärger mit der Belegschaft.
- Dokumentationspflichten: Betriebe sind verpflichtet, die Einhaltung der Tariflöhne und Mindestlöhne lückenlos zu dokumentieren. Das gilt besonders bei Kontrollen durch Zoll oder Berufsgenossenschaft.
- Geltungsbereich: Der Tarifvertrag gilt verbindlich für alle tarifgebundenen Unternehmen und deren Beschäftigte. In vielen Regionen wird er zudem für allgemeinverbindlich erklärt – das heißt, auch nicht tarifgebundene Betriebe müssen sich daran halten.
- Gehaltsgespräche: Beschäftigte können die neuen Tarifwerte als Argumentationsbasis in Gehaltsverhandlungen nutzen. Wer Zusatzqualifikationen oder besondere Aufgaben übernimmt, sollte das gezielt ansprechen.
- Fristen beachten: Die stufenweisen Anpassungen erfolgen zu festgelegten Terminen. Versäumt ein Betrieb die rechtzeitige Umsetzung, können Ansprüche rückwirkend geltend gemacht werden.
- Transparenz schaffen: Offene Kommunikation über die neuen Regelungen im Betrieb sorgt für weniger Missverständnisse und stärkt das Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Team.
Unterm Strich gilt: Wer jetzt gut informiert ist und die Änderungen konsequent umsetzt, vermeidet Konflikte und sichert sich einen reibungslosen Übergang in die neue Tarifwelt. Für Beschäftigte ist es ratsam, Lohnabrechnungen genau zu prüfen und bei Unklarheiten das Gespräch zu suchen.
Kurz und knapp: Die wichtigsten Vorteile des neuen Lackierer Tariflohns
Der neue Lackierer Tariflohn bringt mehr als nur höhere Zahlen auf dem Papier. Wer genauer hinschaut, entdeckt Vorteile, die über das Offensichtliche hinausgehen und im Arbeitsalltag wirklich zählen.
- Verlässliche Kalkulationsgrundlage: Betriebe können mit festen Lohnsteigerungen besser planen und Angebote seriöser kalkulieren – das schafft Sicherheit bei Aufträgen und Investitionen.
- Stärkere Mitarbeiterbindung: Klare Perspektiven bei Lohn und Entwicklungsmöglichkeiten erhöhen die Motivation und reduzieren die Fluktuation im Team.
- Modernes Signal für die Branche: Der Tarifabschluss sendet nach außen das Bild eines zukunftsfähigen Handwerks, das Wert auf faire Bedingungen und Nachwuchsförderung legt.
- Erleichterung bei der Fachkräftegewinnung: Attraktive Konditionen machen das Lackiererhandwerk für neue Talente und Quereinsteiger interessanter – gerade im Wettbewerb mit anderen Branchen.
- Mehr Transparenz für Beschäftigte: Durch die klaren Tarifstufen können Arbeitnehmer ihre Entwicklung nachvollziehen und gezielt Karriereentscheidungen treffen.
Wer im Lackiererhandwerk arbeitet oder einen Betrieb führt, profitiert also nicht nur finanziell, sondern auch von einer insgesamt moderneren, transparenteren und attraktiveren Arbeitswelt.
FAQ zum Lackierer Tariflohn 2025: Die wichtigsten Antworten
Wie hoch fällt der Lackierer Tariflohn ab 2025 aus?
Ab dem 01.04.2025 beträgt der Tariflohn für Lackierer 19,10 € pro Stunde. Weitere stufenweise Erhöhungen folgen, bis der Lohn ab 01.01.2027 bundesweit auf 20,00 € steigt.
Gibt es eine vollständige Ost/West-Angleichung beim Tariflohn für Lackierer?
Ja, ab Januar 2027 gilt der gleiche Tariflohn für alle Lackierer in Deutschland, unabhängig vom Standort. Damit entfällt der bisherige Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland vollständig.
Wie entwickelt sich der Mindestlohn für Lackierer?
Der Mindestlohn für Lackierer steigt zum 01.07.2025 auf 15,55 € pro Stunde und wird zum 01.07.2026 nochmals auf 16,13 € angehoben.
Wie profitiert der Nachwuchs von der Tariflohnerhöhung?
Auszubildende erhalten ab August 2025 pro Lehrjahr jeweils 50 € monatlich mehr Ausbildungsvergütung. Auch im August 2026 erfolgt eine weitere Erhöhung um 50 € pro Lehrjahr.
Was müssen Betriebe beim neuen Lackierer Tarifvertrag besonders beachten?
Betriebe sind verpflichtet, die neuen Tarif- und Mindestlöhne zu den festgelegten Terminen umzusetzen und deren Einhaltung zu dokumentieren. Versäumte Anpassungen können zu Nachzahlungen und rechtlichen Konsequenzen führen.