Das solltest du über die Lackierer und Folierer Ausbildung wissen

Autor: Lackierer Finden Redaktion

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Kategorie: Lackierer werden

Zusammenfassung: Lackierer verändern und schützen Oberflächen dauerhaft mit Lacken, während Folierer flexible Designs durch das Anbringen von Folien ermöglichen; beide Berufe erfordern Präzision, Kreativität und handwerkliches Geschick.

Das Berufsbild: Lackierer und Folierer – Was macht den Unterschied?

Lackierer und Folierer – klingt erstmal nach zwei Berufen, die irgendwie dasselbe machen, oder? Tatsächlich unterscheiden sich die Tätigkeiten und Anforderungen aber ziemlich deutlich. Wer glaubt, es gehe nur um Farbe oder Folie aufs Auto, irrt sich gewaltig. Die Aufgabenfelder sind verschieden, die Techniken sowieso, und auch das Endergebnis sieht – je nach Fachrichtung – ganz anders aus.

Lackierer sind wahre Allrounder, wenn es um Oberflächen geht. Sie entfernen alte Lacke, reparieren Schäden, mischen Farben nach exakten Vorgaben und tragen Schicht für Schicht Lack auf. Präzision, technisches Verständnis und ein geschultes Auge für Farbtöne sind hier gefragt. Besonders spannend: Lackierer arbeiten oft mit Hightech-Ausrüstung wie computergesteuerten Lackierkabinen oder speziellen Mischsystemen. Das bedeutet, du brauchst ein Händchen für Technik und solltest keine Angst vor Chemie oder Physik haben. Die Ausbildung vermittelt dir, wie du auch schwierige Untergründe vorbereitest und mit Lacken umgehst, die nicht nur schick aussehen, sondern auch Schutz bieten.

Folierer hingegen konzentrieren sich auf das Bekleben von Fahrzeugen mit speziellen Folien. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn die Folie muss faltenfrei, blasenlos und millimetergenau angebracht werden. Das klingt leichter, als es ist: Oft werden Fahrzeuge komplett „eingepackt“, manchmal sind es nur einzelne Elemente oder auffällige Werbedesigns. Neben Fahrzeugen werden auch Möbel, Fenster oder sogar ganze Fassaden foliert. Im Gegensatz zum Lackierer brauchst du als Folierer ein ausgeprägtes Gespür für Formen und Oberflächen – und manchmal auch Geduld wie ein Zen-Meister. Die Arbeit ist weniger chemisch-technisch, dafür umso kreativer und handwerklich-präzise.

Der größte Unterschied? Während Lackierer Oberflächen dauerhaft verändern und schützen, bieten Folierer eine flexible, oft reversible Gestaltung. Ein Folien-Design kann jederzeit wieder entfernt oder ausgetauscht werden – perfekt für alle, die es gerne abwechslungsreich mögen oder öfter mal einen neuen Look wollen. Die beiden Berufe ergänzen sich in der Praxis häufig, doch die Ausbildung und die täglichen Herausforderungen sind alles andere als identisch.

Voraussetzungen und persönliche Eigenschaften für die Ausbildung

Wer sich für die Ausbildung zum Lackierer oder Folierer interessiert, sollte sich ehrlich fragen: Passt das wirklich zu mir? Es gibt nämlich einige Voraussetzungen und Eigenschaften, die im Alltag entscheidend sind – und nicht alle stehen im Lehrplan.

Wer sich in diesen Punkten wiederfindet, bringt beste Voraussetzungen mit. Ein gewisses Maß an Eigenmotivation und Lernbereitschaft schadet übrigens auch nicht – denn gerade in diesem Berufsfeld lernt man nie aus.

Vergleich: Vorteile und Nachteile der Ausbildung zum Lackierer und Folierer

Pro Contra
Abwechslungsreiche Tätigkeiten mit kreativen und handwerklichen Herausforderungen Teilweise körperlich anstrengende Arbeit und hoher Präzisionsanspruch
Gute Verdienstmöglichkeiten während und nach der Ausbildung Vergütung während der Ausbildung je nach Region und Betrieb unterschiedlich
Solide Karriere- und Weiterbildungschancen (z. B. Meister, Techniker, Selbstständigkeit) Arbeit mit Chemikalien und Lösungsmitteln kann gesundheitliche Risiken bergen
Vielseitige Spezialisierungsoptionen (z. B. Design, Effektlacke, Fahrzeugfolierung) Fehler können aufwendig und teuer in der Nachbesserung sein
Möglichkeit, digitale Tools und moderne Technologien zu nutzen Geduld und Sorgfalt sind tägliche Grundvoraussetzungen – Stressresistenz wichtig
Flexible Gestaltungsmöglichkeiten, besonders im Bereich Folierung (Designs leicht änderbar) Häufig Arbeiten im Team, aber auch Phasen mit hoher Eigenverantwortung
Nachhaltigkeitsaspekte durch moderne, umweltfreundliche Lacke und Arbeitsweisen Bei Allergien gegenüber Lacken/Klebern oder fehlender Farbsicherheit ungeeignet

Ablauf und Inhalte der Lackierer und Folierer Ausbildung im Überblick

Die Ausbildung zum Lackierer oder Folierer läuft in Deutschland dual ab, also im Wechsel zwischen Betrieb und Berufsschule. Was steckt nun konkret dahinter? Im Betrieb wird dir das praktische Handwerkszeug beigebracht – das reicht von der Vorbereitung der Arbeitsflächen bis hin zu komplexen Gestaltungstechniken. In der Berufsschule bekommst du das theoretische Rüstzeug: Materialkunde, Arbeits- und Umweltschutz, aber auch die Grundlagen von Gestaltung und Design.

Spannend: Immer häufiger werden digitale Tools und computergestützte Verfahren in die Ausbildung integriert. Dazu gehören Farbmischsysteme, digitale Entwürfe oder sogar die Programmierung von Lackierrobotern. Am Ende der Ausbildung steht eine Abschlussprüfung, die aus einem praktischen und einem theoretischen Teil besteht – hier musst du zeigen, was du drauf hast, und zwar in beiden Bereichen.

Praktische Beispiele aus dem Ausbildungsalltag

Ein typischer Tag in der Ausbildung kann überraschend abwechslungsreich sein. Stell dir vor, du beginnst morgens mit der Demontage von Anbauteilen an einem Sportwagen, weil die Karosserie für ein spezielles Design vorbereitet werden soll. Währenddessen beobachtest du, wie ein erfahrener Kollege mit einem Farbmessgerät arbeitet, um den exakten Farbton für eine Ausbesserung zu bestimmen – hier ist echtes Fingerspitzengefühl gefragt.

Was viele überrascht: Auch der Umgang mit Reklamationen gehört dazu. Wenn ein Kunde mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist, lernst du, wie man konstruktiv nachbessert und professionelle Lösungen anbietet. So sammelst du nicht nur technisches Know-how, sondern auch wichtige Erfahrungen im Umgang mit Menschen.

Verdienstmöglichkeiten während und nach der Ausbildung

Die Verdienstmöglichkeiten in der Lackierer und Folierer Ausbildung hängen stark von Region, Betrieb und Tarifbindung ab. Im ersten Ausbildungsjahr kannst du aktuell mit etwa 750 – 900 Euro brutto monatlich rechnen. Im zweiten Jahr steigt die Vergütung meist auf 850 – 1.000 Euro, im dritten Jahr sind 950 – 1.200 Euro durchaus realistisch1. Manche Betriebe zahlen sogar etwas mehr, vor allem wenn sie tarifgebunden sind oder in Ballungsräumen sitzen.

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung eröffnet sich ein breites Gehaltsspektrum. Einstiegsgehälter für ausgelernte Lackierer oder Folierer liegen in der Regel zwischen 2.200 – 2.600 Euro brutto monatlich. Mit wachsender Berufserfahrung, Spezialisierungen oder Zusatzqualifikationen (z. B. Meistertitel, Techniker) kann das Gehalt auf 2.800 – 3.500 Euro und mehr steigen. Wer sich in Richtung Selbstständigkeit oder in die Leitung eines Teams entwickelt, hat sogar noch größere Verdienstchancen.

Wer clever plant und sich gezielt weiterbildet, kann die Gehaltsleiter im Handwerk durchaus zügig erklimmen.

1 Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Ausbildungsvergütungen 2024

Karrierewege und Weiterbildung für Lackierer und Folierer

Nach der Ausbildung stehen Lackierern und Folierern zahlreiche Türen offen, die weit über den klassischen Werkstattalltag hinausgehen. Wer bereit ist, sich weiterzuentwickeln, kann seine Karriere gezielt steuern und neue Fachgebiete erschließen.

Wer offen für Neues bleibt und gezielt Weiterbildungen nutzt, kann in diesem Berufsfeld weit mehr erreichen als viele denken – und sich eine Karriere nach Maß gestalten.

Tipps zur erfolgreichen Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz

Eine Bewerbung für einen Ausbildungsplatz als Lackierer oder Folierer ist mehr als nur ein Anschreiben und ein Lebenslauf. Wer auffallen will, sollte gezielt auf die Besonderheiten des Berufs eingehen und seine Unterlagen individuell gestalten.

Mit einer individuellen, sorgfältig vorbereiteten Bewerbung hebst du dich von der Masse ab und zeigst, dass du für den Beruf wirklich brennst.

Antworten auf häufige Fragen zur Lackierer und Folierer Ausbildung

Wie unterscheiden sich die Prüfungen für Lackierer und Folierer?

Kann ich die Ausbildung in Teilzeit absolvieren?

Welche gesundheitlichen Voraussetzungen gibt es?

Wie läuft der Berufsschulunterricht ab?

Gibt es spezielle Fördermöglichkeiten für Auszubildende?

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in der Ausbildung?